86 Prozent der Bundesbürger wollen, dass Deutschland beim Klimaschutz Vorreiter wird

Hamburg (ots) – Eine große Mehrheit der Deutschen fürchtet die Folgen des Klimawandels und erwartet von der Bundesregierung drastische Gegenmaßnahmen. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag des GREENPEACE MAGAZINS. Danach sehen 85 Prozent der Bundesbürger in der Erderwärmung eine “Bedrohung für sich und nachfolgende Generationen”. Mehr als zwei Drittel der Befragten erwarten, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel die EU-Ratspräsidentschaft und den G8-Gipfel in Heiligendamm nutzt, um den internationalen Klimaschutz “effektiv voranzutreiben”.

Eine überraschend große Mehrheit möchte aber nicht mehr auf internationale Vereinbarungen warten, sondern verlangt, dass Deutschland “vorangeht”. So plädieren 86 Prozent der Befragten dafür, dass die Bundesrepublik sich zur Reduzierung ihrer CO2-Emissionen um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 (gegenüber 1990) verpflichtet.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzen die Deutschen auf einen Umbau der Energiewirtschaft: Neun von zehn Befragten wünschen eine stärkere Förderung der erneuerbaren Energien. Eine Mehrheit von 54 Prozent will, dass keine neuen Braunkohlekraftwerke gebaut und die alten schnellstmöglich stillgelegt werden. Die Ablehnung der Atomkraft nimmt angesichts der Bedrohung durch den Klimawandel ab, aber noch immer ist eine Mehrheit von 53 Prozent gegen verlängerte Laufzeiten für deutsche Meiler.

Im Verkehrsbereich gibt es eine klare Mehrheit von 61 Prozent für die Besteuerung von Flugbenzin, ergab die Umfrage des GREENPEACE MAGAZINS. “Deutlich erhöhte Steuern für Autos mit hohem Verbrauch” befürworten 56 Prozent. Immerhin 47 Prozent sprechen sich für ein generelles Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen aus.

Auch zu persönlichen Konsequenzen für den Klimaschutz erklären sich die Deutschen bereit – allerdings mit Abstrichen. So wollen 63 Prozent der Befragten in den nächsten Jahren auf Flugreisen verzichten (31 Prozent “auf jeden Fall”, 32 Prozent “möglicherweise”). Auf ein “kleineres, sparsames Auto umsteigen” würden sogar 72 Prozent (43 Prozent “auf jeden Fall”, 29 Prozent “möglicherweise”). Allerdings können sich nur 17 Prozent vorstellen, ihr Auto ganz abzuschaffen (sechs Prozent “auf jeden Fall”, elf Prozent “möglicherweise”).

Quelle: Presseportal

3 Comments

  • Aha, die Deutschen sehen sich also durch den Klimawandel bedroht?
    Da stellt sich mir die Frage, warum erst jetzt? Noch vor ein paar Jahren wurde man ausgelacht wenn man davon gesprochen hat. Nur jetzt ist das Thema halt gerade in den Medien und somit “in”.
    Bleibt abzuwarten was sich tut, wenn das nächste Thema “in” ist und der Klimawandel “out”.
    Dann wollen doch wieder alle ihren Billigflug und ihr fettes Auto und es tut sich gar nichts.

    Aber ich denke, die Menschheit ist sowieso nur ein temporäres Problem unseres Planeten. Das gibt sich wieder!

    Gerhard Zirkel

  • Marko says:

    Besser spät als nie … und wenn das nur dazu führt, das Leute in ‘fetten Autos’ mit Megaverbrauch einfach out sind, wär doch schon viel gewonnen …

    das wir hier nur ein ‘temporäres Problem’ darstellen, kann und will ich mir nicht so richtig vorstellen: dann wäre schon heute alle Mühe vergeblich. Wie bitteschön bring ich das meinen Kindern bei? Nein, ich glaub schon, das sich’s zum Guten wenden läßt …

  • wolle says:

    Es liegt ja auch zum großen Teil an uns, ob ein Thema für die Politik interessant bleibt, d.h. Wählerstimmen bringt. In dem Zusammenhang interessant:
    http://www.klima-appell.de