Aquakulturen – Die Antwort auf die Überfischung der Meere?

Ob eine Pizza Tonno beim Italiener oder Sushi und Sashimi aus Japan, der Thunfisch gehört zu den beliebtesten Speisefischen der Deutschen und weltweit. Er ist nicht nur sehr schmackhaft, sondern bietet dem menschlichen Körper auch wertvolle Nährstoffe. Doch der Export von unter anderem Sushi führt dazu, dass immer größere Mengen Thunfisch gefischt werden müssen. Forscher schlagen nun jedoch Alarm, der Thunfisch sei durch stärkere Überfischung der Meere vom Aussterben bedroht und diese Tendenz gilt nicht nur für diese Fischart. Um den Bedarf zu decken, setzt die Fischindustrie auf Aquakulturen.

Die Nachhaltigkeit als Ziel – Doch wie realistisch ist diese Maxime?

Durch das Heranzüchten von Speisefisch ist zwar der Export konstant gesichert, wie nachhaltig die Fischzucht jedoch wirklich ist, ist umstritten. Wie der Wildfisch, kommt auch der Zuchtfisch bzw. Raubfisch nicht ohne Nahrung aus. Diese besteht häufig aus Fischmehl oder -öl. Somit müssen andere Fische im großen Umfang gefangen werden, die sofern sie nicht schon gefährdet sind, spätestens dann gefährdet wären. Jedoch arbeitet die Fischindustrie darauf hin auch neue Futtermittelkonzepte zu entwerfen, die nicht zwangsläufig den Meeresbestand weiter verringern.

Insbesondere in Entwicklungsländern entpuppen sich betriebene Aquakulturen als umweltschädlich

Eine weitere Problematik die bei Aquakulturen auftritt, stellt die allgemeine Umweltverträglichkeit dar. Die Zucht auf engen Raum raubt dem Wildfisch zwar weniger Lebensraum, birgt jedoch die Gefahr das Krankheiten sich in den Fischkulturen rasant verbreiten könnten, was den massiven Einsatz von Medikamenten notwendig macht. Schadstoffe gelangen in das Meer und auch die Überdüngung steigt durch die Zugabe von chemischen Mitteln, die oftmals auch durch bewusst umweltschädliche Entsorgung der Abwässer in das Meer gelangen. Insbesondere die verstärkte Nutzung von Aquakulturen in Entwicklungsländern erfolgt häufig zum Schaden der Umwelt, da die Betreiber es lediglich auf einen erfolgreichen Absatz abgesehen haben, der auch dem Fisch in seiner Haltung als wertvolle Ressource nicht gerecht wird.

Was muss sich verbessern?

Auch Umweltschützer kritisieren die gängige Handhabung der Fischzucht in den Aquakulturen. So fordert z.B. Greenpeace strengere Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen in den bestehenden Anlagen und die Wiederherstellung naturnaher Lebensräume, die durch den Bau von Aquakulturen an der Meeresküste zerstört worden sind. Neben der geforderten Produkttransparenz, die es den Verbrauchern ermöglichen soll bewusster einzukaufen, geht auch ein Appell an die Privatwirtschaft und an den Staat, der mehr Sorge für sozial- und umweltverträgliche Zuchtanlagen tragen soll.

Die Optimierung der Verhältnisse in den Aquakulturen ist auch deswegen existenziell, weil sie bereits heute stark ausgeprägt ist. 31,0 Millionen Tonnen Fisch wurden im Jahre 2007 aus der Zucht gewonnen. Im Vergleich zum Wildfang mit 10,0 Millionen Tonnen war dies bereits das Dreifache.

___________________________________

Benutzte Quellen:
http://www.dbu.de/1578.html
Statistik aus: The State of world fisheries and aquaculture, Rom 2008, S.3

Leave a Comment