Emissionshandel von Luftfahrtindustrie aufgeweicht

Der Entwurf der EU-Kommission zur Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel reicht für einen wirksamen Klimaschutz nicht aus. Dies kritisiert der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in der aktuellen Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift fairkehr. Auch das Öko-Institut bemängelt in dem Magazin, die Vorgaben beim Emissionshandel seien durch den Einfluss der Luftverkehrslobby aufgeweicht worden. Die Kommission will ab 2011 mit einem Emissionsrechte-Handel für innereuropäische Flüge beginnen und diesen ab 2012 auf außereuropäische Flüge ausdehnen.

Seit 1990 haben die Treibhausgase aus Flugzeugtriebwerken EU-weit um fast 100 Prozent zugenommen. Besonders problematisch ist, dass diese zwei bis viermal so klimaschädlich sind, wie am Boden ausgestoßene Schadstoffe. Dem sei jedoch im vorliegenden Gesetzesentwurf keine Rechnung getragen worden – Dank erfolgreicher Intervention der Luftfahrtindustrie: *Das ist wohl der Grund dafür, dass die dreifach höhere Treibhausgaswirkung der Flugzeugemissionen nicht auch dreifach bezahlt werden muss”, kritisiert Martin Cames, Klimaexperte vom Ökoinstitut, in der fairkehr.

Der VCD fordert, den mangelhaften Gesetzesentwurf deutlich nachzubessern. So müssten beispielsweise die Treibhausgase aus Flugzeugen aufgrund ihrer höheren Klimaschädlichkeit im Emissionshandel mit dem Faktor drei multipliziert werden. Der Handel mit CO2-Zertifikaten allein reiche für mehr Klimaschutz jedoch nicht aus. Michael Gehrmann, Bundesvorsitzender des VCD: “Wir brauchen sofort eine klimaentlastende Wirkung im Flugverkehr. Zusätzlich zum Emissionshandel muss deswegen endlich die Kerosinsteuer und eine nationale Ticketabgabe eingeführt werden.”

Quelle: pressrelations.de

1 Comment

  • joschua says:

    sauerei, das ist wohl war. sollte mal jeder, den es stört, seinen bundestagsabgeordneten raussuchen und ihm einen brief schreiben! unter anderem, aber das ist immer ebenfalls wichtig.

    mfg, ich.