Grünes aus der Wüste

KAPSARC und Masdar City – Grüne Vorzeigeprojekte aus der Wüste von Riad (Saudi-Arabien) und Abu Dhabi
Auf der Homepage von KAPSARC kann man nachlesen, dass das Projekt den globalen Dialog in den Bereichen Energie und Umwelt voranbringen und als zukunftsorientiertes Forschungszentrum agieren soll. Die im Zentrum erzielten Erkenntnisse sollen Unternehmen und politische Entscheidungsträger in Saudi-Arabien und der ganzen Welt motivieren, „echte Aktionen, die zu greifbaren Ergebnissen führen“, zu initiieren, wie es auf der Homepage weiter heißt. Die Forschungsziele seien: effizientere Verwendung von Erdöl, Verkleinerung der Kohlenstoff-Fußabdrücke, nachhaltige Energielösungen und Einführung neuer Energie- und Umwelttechnologien. Bereits im kommenden Jahr sollen am KAPSARC die ersten von insgesamt 2.500 Wissenschaftlern aus aller Welt ihre Arbeit aufnehmen. Der Gebäudekomplex wurde von der irakisch-britischen Stararchitektin Zaha Hadid entworfen und nach nachhaltigen Kriterien ausgerichtet. Dank eines besonderen Dachsystems sollen die extremen Klimabedingungen in der Wüste gedämpft, die Fassaden und Außenflächen sollen mithilfe von Wind gekühlt werden. Zudem sehen die Pläne vor, dass das Gebäude in der Nacht mithilfe von Fotovoltaik- nutzenden LEDs wie ein Kristall leuchtet.
Der KAPSARC-Bau soll Platin-Standard in sechs Kategorien (nachhaltiger Bau, Wassereffizienz, Materialien und Ressourcen, Umweltqualität im Innenraum des Gebäudes sowie Designinnovation) erreichen, das entspräche der höchsten Einstufung des in den USA vergebenen LEED-Standards.

Ein weiteres in der arabischen Wüste entstehendes grünes Mega-Projekt ist Masdar City. Der Baubeginn für die Ökostadt, die in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten entsteht, war 2008, der Termin für die Fertigstellung des Gesamtprojekts wurde auf das Jahr 2025 festgelegt.
Das als „CO2-neutrale Wissenschaftsstadt“ angekündigte Vorhaben soll vollständig durch erneuerbare Energien versorgt werden. Im bereits erbauten Teil Masdar Citys werden junge Formen der Energiegewinnung getestet, wie Solarthermie und Methoden der solaren Kühlung. Zudem wird die ganze Stadt nach einer strengen Nachhaltigkeitsleitlinie ausgerichtet, sodass sie CO2-emissionslos und durch konsequentes Recycling nahezu abfallfrei sein soll. Frischluftkorridore und Parkanlagen sollen die Bauflächen durchziehen und die Temperatur im Vergleich zu Abu Dhabi City drastisch senken: Die Maximaltemperatur in den Straßen soll 33 Grad Celsius betragen – und damit rund zehn Grad niedriger sein als in Abu Dhabi.
Das Projekt auf einer Fläche von sieben Quadratkilometern wird auf 40.000 Einwohner sowie 1.500 Firmen und Institute aus dem Ökologiesektor ausgelegt. Kein Punkt im Stadtgebiet wird mehr als 200 Meter von einer Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel entfernt sein.

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