Käfig-Osterhase bringt Käfigei – Ostern in der modernen Agrarindustrie

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  • 9 December, 2007
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Heikendorf/Kiel 08.03.2007 – Was hat es mit dem Osterhasen, der das Osterei bringt, auf sich? Abschließend geklärt ist diese Frage nicht. 1682 zum ersten Mal von Georg Frank in der Abhandlung “De ovis paschalibus” erwähnt, gibt es für das Symbol des Osterhasen im Wesentlichen zwei Erklärungen: Einmal ist der Hase als das Tier, das als erstes schon früh im Jahr Junge bekommt, ein Symbol der Auferstehung. Wahrscheinlicher ist jedoch ein wirtschaftlicher Grund: Hase und Eier zählten wie Geflügel, Brot und andere Naturalien zu den Realabgaben der Bauern an die Besitzer der bäuerlichen Ländereien.

Auch die Symbolik des Eies zu Ostern ist umstritten: Einige sehen in Eischale und Eikern das alte und das neue Testament. Zu Ostern wird dann der Kern – das neue Testament – zur “Nahrung der Gläubigen”. Andere betrachten das Ei als Sinnbild des Abendmahls und damit als Symbol der Auferstehung. Das sagt auch die dritte Erklärung, die sich auf die alte Symbolik des Eies als Sinnbild des Lebens aus dem scheinbar Toten bezieht.

Eindeutiger geklärt ist heutzutage, wo die Ostereier herkommen und wie die “Osterhasen”, die eigentlich Kaninchen sind, leben. Kaninchen werden in engen Drahtkäfigen gehalten, in denen sie sich nicht bewegen, nicht einmal aufrichten können. Ihre Pfoten sind blutig von den dünnen Gitterstäben, auf denen sie stehen. “Hoppeln, Männchen machen oder an frischem Gras knabbern können die Tiere nicht”, weiß Sandra Gulla, Vorsitzende von PROVIEH – Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V.. Sie fordert daher die Verbraucher auf, nur Bio-Kaninchenfleisch oder bei Erzeugern zu kaufen, bei denen man sich vorher über die Haltungsbedingungen informiert hat.

Beim Ei ist die Wahl sehr leicht: Bei jedem Ei ist auf der Schale ein Stempel, der mit einer Ziffer zwischen 0 und 3 beginnt. Diese Ziffer gibt die Haltungsform der Legehenne an. “Als Faustregel gilt: Je kleiner die Zahl, desto besser hat es die Legehenne”, fasst Sandra Gulla die Eierkennzeichnung zusammen. So steht die 3 für ein Ei aus Quälerei. Denn ein Ei mit dem Code 3 stammt von einer Henne, die ihr kurzes Leben in einer engen Legebatterie verbringt. Während die 2 für die Bodenhaltung steht, bedeutet die 1 Freilandhaltung. Die 0 gibt an, dass das Ei ein „Öko-Ei“ ist. Damit ist gleichzeitig eine artgemäße Hennenhaltung garantiert.

Schon rund einen Monat vor dem Osterfest werden gefärbte Eier angeboten. Sofern nicht anders gekennzeichnet, sind dieses in aller Regel Käfigeier“, so die PROVIEH-Vorsitzende. Sie rät daher vom Kauf dieser von gequälten Hennen gelegten Eier ab. “Gerade zu Ostern, dem Fest der Auferstehung und des Lebens, sollten die Lebensbedingungen unserer Mitgeschöpfe eine Rolle spielen.” Aber auch aus Verbraucherschutzgründen lohne der Einkauf nicht: Es sei nicht nachzuvollziehen, mit welcher Art Farben die Eier gefärbt und mit welchen Mitteln sie so lange haltbar gemacht wurden. “Außerdem macht es Kindern viel mehr Spaß, die Eier gemeinsam mit den Eltern selber zu färben”, meint Sandra Gulla. Da wisse man zudem, was man hat: Ein gesundes, frisches Bio-Ei mit umweltverträglicher und gesundheitlich unbedenklicher Farbe gefärbt – und vielleicht liebevoll im großen Auslaufstall der Kaninchenfamilie im Garten versteckt.

PROVIEH – Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V. ist mit vielen Tausend Einzelmitgliedern und rund 130 Mitgliedsvereinen Deutschlands ältester und größter Tierschutz-Fachverband, der sich den landwirtschaftlichen Nutztieren widmet.

Link zur Pressemitteilung: http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=270576

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