Pläne für das E-Mobile – zwischen Umweltschutz und Augenwischerei

Wie der Infodienst für regenerative Energien Solarthemen.de berichtet, erstellt die Bundesregierung Deutschlands derzeit einen Entwicklungsplan für das sog. E-Mobile. So Plant die Bundesregierung bis zu 300 Millionen Euro Fördergeld für die Forschung an Batterien, Fahrzeugen und Technologien zur Netzintegration für die ekeltronischen Kraftfahrzeuge. Eine gute Infrastruktur von E-Mobilen würde zudem die Integration von Ökostrom ins Stromnetz fördern, da die Energie in den Batterien gespeichert wird.

Greenpeace erinnert daran, dass klimafreundliche E-Mobile Ökostrom vorraussetzen, da sich der CO2-Ausstoß sonst nur vom Fahrzeug zum Kraftwerk verschiebe. Kooperationen der Firmen Mercedes und RWE, sowie BMW und Vattenfall verdeutlichen, dass der Klimaschutz der jetzigen E-Mobil-Konzepte nicht vorhanden ist. Die Energiekonzerne RWE und Vattenfall setzen auf Kohle- und Atomenergie, und wirken nicht aktiv am Klimaschutz mit. Somit werden die E-Versionen des Mini und des Smart zu „Klimaschweinen“. Greenpeace ermittelte außerdem, dass die E-Version des Mini im jetzigen Zustand sogar mehr CO2 produziere, als sein Diesel-Bruder.

Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung vermehrt auf die E-Mobile-Konzepte von BMW und Mercedes eingeht, oder ob der Entwicklungsplan wirklich das Potential zum Klimaschutz bietet.

Categories: Energie & Klima

8 Comments

  • Rasmus says:

    E-Autos ohne Ökostrom sind Unsinn. Der Umwelt und dem Verbraucher ist damit nicht gedient, nur die Kassen der großen Energiekonzerne werden noch besser gefüllt. Elektroautos können dann ökologisch sinnvoll sein, wenn sie mit Ökostrom betrieben, nachhaltig hergestellt und lange gefahren werden – dann sind sie wirklich der Weg in eine bessere Zukunft. Wenn sich aber RWE und Co. die Versorgung und das “Tankstellennetz” sichern, bleibt das teures, sinnloses Greenwashing.

  • Benjamin says:

    Ein weiteres Problem, weshalb es in diesem Maßstab wahrscheinlich gar nicht möglich sein wird die gesamte Autoflotte mit E-Mobilen auszustatten die mit Strom aus regenerativen Energien aufgeladen werden, ist das Gewicht. Die ganzen Studien von E-Mobilen orientieren sich viel zu sehr an unseren jetzigen Autos. Nur wenn sich das Gewicht drastisch reduzieren ließe könnten sparsame E-Mobile fahren, deren Strombedarf sich vielleicht aus regenereativen Energien decken ließe.

  • Karger says:

    E-Autos sind kein Unsinn, auch dann nicht, wenn diese nicht nur mit Ökostrom aufgeladen werden. Denn diese Fahrzeuge entlasten unsere Innenstädte von Abgasen, Feinstaub und Lärm und steigern damit die Lebensqualität in den Ballungszentren erheblich.
    Viele unserer Mitbürger suchen Argumente, um notwendige Veränderungen entgegen zu wirken.
    Wir müssen mit großen Schritten unsere Umwelt verbessern, die Lebensqualität steigern und dabei darf uns nicht die Vorherrschaft von Energiekonzernen bremsen. Wir müssen diese Konzerne und die Regierung zwingen, die Ökostromgewinnung schnell auszubauen.
    Als Bürger können wir diese Schritte steuern, wir müssen es nur wollen und nicht blockieren.
    Greenpeace spricht, dass E-Mobile Ökostrom voraussetzen, da sich der CO2-Ausstoß sonst nur vom Fahrzeug zum Kraftwerk verschiebe.
    Warum spricht man nicht von Dreckschleudern welche immer noch in der Mehrzahl gekauft werden und CO2 in wesentlich höherer Konzentration ausstoßen als der Ladeprozess von E-Autos. Nicht einmal eine KFZ Steuererhöhung oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen wird für diese Fahrzeuge umgesetzt.

  • Rasmus says:

    E-Autos ohne Ökostrom sparen wenig (bestenfalls 20%), teilweise liegen sie – je nach Strommix – noch über den Emissionen sparsamer Diesel (siehe http://www.adac.de/Auto_Motorrad/Umwelt/Elektroauto/default.asp). Angesichts dessen, dass momentan viel, viel mehr Strom aus erneuerbaren Energien per EEG im allgemeinen Mix landet als tatsächlich direkt von Ökostromkunden gefragt/bestellt wird, ist durchaus auch hier und heute schon genug Luft nach oben, um sofort Unmengen an Elektroautos mit Ökostrom zu versorgen – und so die Emissionen um über 95 Prozent zu reduzieren!

  • Chris says:

    Ich sehe ebenfalls die notwendige zweigleisige Weiterentwicklung von Autos hin zum Elektromobil und bei der Stromerzeugung zu vermehrter Nutzung von Wasserkraft (Grundlast) sowie Wind- und Solarenergie. In den nächsten Jahren noch mit einem (hoffentlich sinkenden) Anteil aus Kohlestrom (idealerweise mit CO2-Abtrennung).

    Allerdings befinden wir uns jetzt auch in einer Zeit des schnellen Umbruchs. Noch vor 5 Jahren wollte fast kein Autohersteller etwas von Hybridfahrzeugen oder gar Elektroautos hören. Innerhalb eines Jahres planen nun alle fieberhaft an mindestens einem Modell. Im Idealfall erobern ein paar neue Firmen wie Think, Nice oder Tesla Motors Marktanteile und sorgen für frischen Wind und den nötigen Druck in der Autobranche. Die großen Hersteller hatten schließlich lange genug Zeit und haben nur versucht den Status Quo beizubehalten.

  • re-nature says:

    Ich sehe erst einmal, dass es ein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist, aber wie immer sind die ersten Schritte nie perfekt.
    Leider ist alles so weit richtig was Ihr hier schreibt. Die Befürchtungen sind erheblich, deshalb muss die Vergabe von Strom an Elektroautos kontrolliert werden, sonst sind die Ergebnisse kontraproduktiv. Die Energieerzeuger die aus AKW‘s und KKW’s ihre Energie gewinnen, sollten deshalb von der Lieferung an öffentlichen Andockstationen ausgeschlossen werden. Es sollten nur Firmen wie Lichtblick, Naturstorm, Greenpeace-Energy und so weiter die Belieferung übernehmen. Was dann im privaten Bereich passiert ist wohl nicht so einfach zu steuern doch nicht unmöglich. Denn noch gibt es sicher technische Möglichkeiten und die Aufklärung der Verbraucher.

  • [Spamer] says:

    Europäisch gedacht, sind wir in Deutschland prädestiniert, die Technologien bereit zu stellen. Wir sind hingegen nur begrenzt in der Lage, die Ökostrom-Produktion drastisch auszuweiten. Den Technologievorsprung haben wie bei Windkraft und Photovoltaik ja bereits erreicht. Wenn Standorte wie z.B. Portugal bei der Windkraft, oder Spanien bei Solarkraftwerken besser geeignet sind, ist das ja nun mal so. Lasst uns die Technologie liefern und die Kollegen aus dem Süden decken den Stromverbrauch. Darum gilt es jetzt, bei der Akku-Technologie Gas zu geben und uns nicht in blödsinnigen Diskussionen verfangen, ob auch genug Ökostrom da ist. Er wird da sein!

  • Dachs says:

    Der Verweis von Greenpeace, dass Elektroautos mit Atom- und Kohle-Strom betrieben Unsinn ist, ist natürlich richtig. Allerdings hat das keinerlei Auswirkungen auf die Entwicklung der Elektroautos. Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen. Ich freue mich jedenfalls auf die E-Zukunft. Deutschland darf sich nur nicht abhängen lassen. Wenn einer die Technologieführerschaft im Bereich Auto&Ökostrom anstreben muss, dann wir!!

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