Umweltfreundliches Reinigen – So gehen Sie am besten vor

Natur statt Chemie – das ist die Prämisse, an die sich immer mehr Menschen halten wollen. Sie haben genug von aggressiven Putzmitteln, die Mensch und Umwelt schaden. Viel zu viele gefährliche Inhaltsstoffe sind nicht biologisch abbaubar – aber wie erkennt man umweltfreundliche Putzmittel? Wie einfach nachhaltiges Reinigen ist, und worauf man bei der Auswahl achten kann, zeigen die folgenden Tipps:

Nachhaltiges Reinigen oder Giftküche?

Bevor man vorschnell zu chemischen Mitteln greift, sollte man sich bewusst sein, wie schädlich diese Putzmethoden für Mensch und Umwelt sein können. Denn konventionelle Reiniger enthalten oft eine hohe Konzentration an giftigen Stoffen, die unsere Haut- und Schleimhäute reizen. Zum Beispiel wären da Phosphonate, optische Aufheller, Polycarboxylate, Konservierungsmittel, Silicone, Paraffine, Duftstoffe und Farbstoffe – alle biologisch schwer oder nicht vollständig abbaubar.
Diese „Gifte“ schädigen auch Gewässerorganismen – denn jährlich finden tausende Kilogramm an Reinigungsmitteln ihren Weg ins Abwasser. Außerdem tragen gewisse Stoffe wie Phosphor- oder Stickstoffverbindungen zu einer Überdüngung von Gewässern bei.
Die Antwort darauf ist nachhaltiges Reinigen – das bedeutet eine hygienische Reinigung, die Gesundheit und Umwelt möglichst gering belastet.

Auf diese Inhaltsstoffe sollte man verzichten

Wenn man sich für einen naturbewussteren Putz-Stil entscheiden will, kann man sich zum Beispiel vor folgenden Inhaltsstoffen in Acht nehmen – besonders umweltbelastend sind:

  • Starke saure oder alkalische Reiniger
    Die können zu Hautreizungen oder sogar Verätzungen führen. Erkennen kann man die Übeltäter an der Gefahrenstoffkennzeichnung der Produkte.
  • Flüchtige Lösungsmittel
    Diese verschlechtern die Qualität der Innenraumluft – also besser lösemittelfrei putzen.
  • „Raumbeduftungsmittel“
    Auf die kann man wirklich ganz verzichten. Denn um schlechte Gerüche loszuwerden, reicht meistens schon simples Lüften.

Von chlorhaltigen Sanitärreinigern und WC-Reinigern mit anorganischen Säuren kann man ebenfalls getrost die Finger lassen. Denn andere Wahlmöglichkeiten sind schon zur Stelle.

Umweltfreundliche Putzmittel erkennen

Inzwischen gibt es nämlich schon genügend umweltfreundliche Alternativen, die nicht aus dem Chemielabor stammen. Nicht nur in Bio-Shops, sondern auch in herkömmlichen Läden findet man heutzutage ökologische Putzmittel. Diese verzichten auf synthetische Konservierungsmittel, chlorchemische Zusätze und jegliche synthetischen Duftstoffe. Natürlich kann man sich bei der Wahl dieser Mittel auch sicher sein, dass weder Tierversuche noch Gentechnologien dafür „nötig“ waren.
Weiteres Plus: Viele dieser Reiniger werden aus nachwachsenden Rohstoffen produziert und sind vollständig biologisch abbaubar!
Sehr gut erkennen kann man diese Umwelthelden am „Blauen Engel“ – dieses Zeichen garantiert den Schutz von Mensch und Umwelt durch eine achtsame Herstellung. Diese Produkte sind umweltfreundlicher als herkömmliche Mittel und werden auf ihren gesamten Lebensweg hin untersucht. Strenge Kriterien sorgen für eine möglichst umweltfreundliche Produktion.

Ökologische Putzmittel

Ökologische Haushaltsmittel bietet beispielsweise die Marke oecoplan von Coop an, oder auch die Firma Ecover mit den Mitteln Held eco und dem gleichnamigen Ecover. Diese bemühten Konzerne können wir Ihnen empfehlen.

Grundsätzlich funktioniert umweltschonende Reinigung auch super mit den folgenden Basics:

  • Zitronensäure/Essigsäure = natürliche organische Säuren – gut zum Kalk lösen, guter biologischer Abbau.
  • Brennsprit = natürlicher Alkohol (Ethanol) – sehr guter Fettlöser, gut abbaubar.
  • Schmierseife, Tenside aus pflanzlichen Rohstoffen = besteht aus natürlichen Ölen und Fetten – teilweise Wiederverwendung von pflanzlichen/tierischen Altölen, schnell abbaubar.
  • Soda = natürliches Mineralsalz – guter Wasserenthärter, verstärkt Seife, rasch abbaubar.

Alternativen zu aggressiven Putzmitteln

Wir haben noch ein paar geniale Haushaltstipps gefunden – und davon gibt es überraschend viele. Eine kleine Auswahl davon haben wir hier zusammengestellt. Was tun, bei…?

Lästige Grasflecken auf Kinderkleidung

  • Spiritus oder Salmiakgeist: Zitronensaft oder -säure auf die Flecken geben und mit warmem Wasser auswaschen.
  • Kalkränder im Bad
    Einfach kochendes Wasser und Essig ins WC-Becken einfüllen und einwirken lassen.
  • Rotweinflecken auf der Couch
    Faszinierend – mit Weißwein neutralisieren und dann einweichen, später auswaschen. Bei alten Flecken: befeuchten, mit Kern- oder Gallseife einreiben, ausspülen, waschen – im Idealfall in der Sonne trocknen lassen und immer wieder anfeuchten.
  • Kerzenwachs auf Kleidung und Tischdecke
    Die größeren Mengen einfach abkratzen und die Restchen dann zwischen einem saugfähigen, farblosen Papier (Bsp.: Löschpapier) bügeln.
  • Kaugummi oder Harz aus der Kleidung entfernen
    Textil in einem Beutel für eine Stunde tiefgefrieren. Dann geht alles mühelos ab!
  • Eklige Schimmelflecken
    Je nach Verschmutzung einige Stunden bis Tage in Buttermilch einweichen – einfach auswaschen.
  • Teppich gründlich reinigen und Farben zum Strahlen bringen
    Zunächst den Teppich absaugen, dann mit einem in Essigwasser getränkten Baumwolltuch abreiben.

Geheimtipp: Fenster mit Kartoffeln putzen! Einfach eine Kartoffel halbieren und die Scheibe mit beiden Hälften einreiben. Stärke mit lauwarmem Wasser von der Scheibe abwischen und mit einem weichen Tuch nachpolieren – voilà: streifenfreier Glanz.

Klassische Reinigungstipps

Wer sagt überhaupt, dass Reinigen teuer sein muss? Mit natürlichen Putzmethoden kann man gleichzeitig Geld sparen und seinen ökologischen Fußabdruck grün halten. Man nehme zum Beispiel für die Toilettenreinigung etwas Essig, Zitrone, Cola und Backpulver – einfach zwei Stunden einwirken lassen und man hat ein optimal sauberes Ergebnis.
Auch wenn man trotz allem nicht ganz auf chemische Hilfen verzichten möchte, kann man etwas für die Umwelt tun. Behandelt man Schmutz immer schon im frischen Zustand, ist weniger Putzmittel erforderlich, was schon einmal eine Entlastung darstellt. Die Verwendung von Konzentraten wird, falls möglich, ebenfalls empfohlen. Einfach auf die richtige Dosierung beim Waschen und Putzen achten, und schon hat man etwas Gutes getan.

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