Umweltschutz durch Fracking?

Die Gasversorgung national ganz ohne Abhängigkeiten von Monopolisten wie Gazprom. Das ist der Traum, der hinter Fracking (hydraulisches Aufspalten) steht. Doch was ist das eigentlich? Man hört viel und weiß wenig. In Deutschland wird mit Vorkommen im Münsterland und nördlichen Ruhrgebiet gerechnet.
Fracking (http://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulic_Fracturing) ist eine Methode um durch erhöhten Druck Gas aus Ölschiefergestein zu befreien, indem die Schieferschichten aufgespalten werden. Dazu wird die Ölschieferlage senkrecht bis zum Vorkommen und dann horizontal in das Vorkommen hinein angebohrt. Das ist das Bohrloch in welches das mit Chemikalien und Quarzsand versetzte Wasser hinein gepumpt wird. Dann sind noch weitere Bohrungen nötig mit denen das aus dem Gestein austretende Gas nach oben geleitet und aufgefangen wird. Die Bohrlöcher werden abgedichtet um zu verhindern, dass die Lösung in andere Gesteinsschichten und ins Grundwasser eindringt. Es reicht also nicht ein Loch zu bohren, es müssen wie schon beschrieben, mehrere sein. Das macht Lärm und dieses Vorgehen ist aufwendig und teuer, doch inzwischen lohnt es sich offensichtlich.
Die Flüssigkeit, die in das Gestein gepumpt wird, um den Druck im Gestein zu erhöhen, so den Schiefer zu spalten und das Gas heraus zu zwingen, muss mit Quarzsand und unterschiedlichsten Chemikalien versetzt sein. Quarzsand, um die entstehenden Risse offen zu halten und so dem austretenden Gas einen Weg zu schaffen. Was sonst noch an Chemikalien in der Stützflüssigkeit nötig ist hängt von der Lagerstätte ab.
Dieses Gemisch kommt als Abwasser auch wieder an die Oberfläche und muss entsorgt werden. Das heißt geklärt und wieder in den Wasserkreislauf also Bäche und Flüsse zurückgeführt werden (http://www.pnas.org/content/early/2013/03/06/1213871110). Dadurch können Flüsse und Seen belastet werden.
Als längerfristige Folge wird eine erhöhte Erdbebengefahr durch die entstandenen Risse befürchtet. Außerdem ist nicht garantiert, dass nicht doch eine Verbindung zu Grundwasservorkommen entsteht und so zum Beispiel Methangas ins Wasser gelangt (brennende Quellen, die aber auch natürlich vorkommen).
Fracking ist mittlerweile ein Thema, das die Gemüter erhitzt und sich klare Fronten von Gegnern und Befürwortern ausdifferenzieren. Zum einen diejenigen die eine Möglichkeit sehen selbst Gas in ökonomisch interessanten Mengen zu fördern. Zum anderen die Gegner, die die Risiken für die Umwelt im Blick haben. (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/umstrittene-erdgas-foerderung-forscher-wollen-fracking-in-deutschland-a-887652.html)

Categories: Energie & Klima

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