VW-Gewinne steigen – auf Kosten der Umwelt

„Klima-Ignorant“ – so lautete der Vorwurf des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf einem Plakat vor dem Hamburger Kongresszentrum, in das der Wolfsburger Konzern seine Aktionäre zur diesjährigen Hauptversammlung geladen hatte. Der Umweltverband forderte gemeinsam mit dem Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre vor und im Versammlungssaal das Unternehmen auf, sich endlich seiner Klimaverantwortung zu stellen und CO2-arme Modelle für eine breite Käuferschicht anzubieten.

Entgegen der Selbstverpflichtung zur Senkung der Emissionen sei der Kohlendioxidausstoß neuer Volkswagen zwischen 2001 und 2006 im Durchschnitt um sechs Gramm pro Kilometer gestiegen. Zwar verfüge auch VW über geeignete technische Lösungen zur Abgas- und Verbrauchsreduzierung, diese würden aber nur als Nischenprodukte und nicht als Massenmodelle auf den Markt gebracht. „Damit ist klar“, so Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte und Redner für den Dachverband auf der Hauptversammlung: “Die VW-Führung vernachlässigt den Mobilitätsmarkt der Zukunft, versagt bei der Entwicklung einer langfristigen Konzernstrategie und gefährdet auf diese Weise Arbeitsplätze.”

Das neue VW-Führungstrio Piech, Wedeking und Winterkorn stehe leider vor allem für Spritfresserautos von Porsche, Audi und Volkswagen. Statt weiter Oberklassemodelle wie den „Phaeton“, Geländewagen wie den „Touareg“ oder andere Pkw mit extremen Motorisierungen, Beschleunigungen und Höchstgeschwindigkeiten zu bauen, müsse VW sich endlich als Hersteller sauberer und Sprit sparender Autos, die zugleich familientauglich und preiswert seien, profilieren. Nur wenn es sich dabei um massentaugliche Pkw und nicht nur um Nischenprodukte handele, könne das Unternehmen einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Gerhard Timm, BUND-Geschäftsführer: „VW hat den Trend verschlafen. Während andere Hersteller wie beispielsweise Ford oder Renault bereits mit geringem Verbrauch werben, hält sich der Wolfsburger Konzern vornehm zurück. Der Bruch seines Versprechens, bei Neuwagen bis 2008 einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 140 Gramm pro Kilometer zu erreichen, hat Volkswagen nicht nur seine Glaubwürdigkeit gekostet. Es stellt zugleich die technologische Kompetenz und die Innovationsfähigkeit des Unternehmens in Frage.“

Eine Analyse der Werbung von Pkw-Herstellern durch den BUND hatte ergeben, dass VW vorrangig Attribute wie Fahrspaß, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Komfort bewarb, nicht aber wichtiger werdende Eigenschaften wie Sparsamkeit und Umweltverträglichkeit. Die von VW beworbenen Neuwagenmodelle hatten im Durchschnitt einen CO2-Ausstoß von 235 Gramm pro Kilometer bei Benzinern und von 200 Gramm bei Diesel-Pkw.

Quelle: http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=276067&sid=&aktion=jour_pm

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