Wasseraufbereitung – einfach per “Teebeutel”

Mit einer Erfindung an der Universität Stellenbosch (Südafrika, nähe Kapstadt) kann man demnächst das Leben vieler Menschen retten. Wissenschaftler dort erfanden nämlich ein dem Teebeutel ähnliches Produkt, durch dessen Gebrauch man aus bakterienverseuchtem Wasser wieder gutes Trinkwasser bereiten kann.

Der kleine Beutel ist einerseits vom Gewicht her sehr leicht, was einen Transport in Krisengebiete – wie z.B. nach einer Flutkatastrophe – wesentlich leichter vollziehen lässt, als schweres, frisches Trinkwasser selbst. Andererseits ist aber auch sein Gebrauch derart einfach, dass diese Beutel durch jedermann selbständig zu verwenden sind.

Das Produkt soll mit Aktivgranulat und feinsten Nano-Partikelchen gefüllt sein und quasi einfach in die mit verseuchtem Wasser gefüllten Flaschen und Kanister eingehängt werden können. Dort “saugt” der Teebeutel dann offensichtlich die Bakterien an und bindet sie im Füllmaterial. (Ähnliches kennt man auch aus der Aquaristik).

Zum Schluss wirft man den Beutel einfach weg – alle Stoffe seien biologisch abbaubar. Man stelle sich vor, wie viele Leben (vor allem das vieler Kinder) nach Umweltkatastrophen dadurch gerettet werden könnten!

Inzwischen ist dieses Produkt patentiert und soll zeitnah in Produktion gehen.

Millionen Menschen nach Katastrophen leiden unter dem Mangel an Trinkwasser – denn trinken sie verseuchtes Wasser, breiten sich Seuchen wie Cholera und andere Durchfallerkrankungen rasend schnell aus. Nehmen sie dagegen nicht genügend Flüssigkeit zu sich, kann das vor allem für jemanden, der bereits Durchfall hat, genauso lebensgefährlich werden. Bis jedoch Hilfsgüter in Lastwagen in diese Gebiete vordringen können, dauert es nach einer Umwelt-Katastrophe häufig länger, als 3 Tage.

So könnte man sich vorstellen, diese leichten Teebeutel kurzerhand aus Flugzeugen oder Hubschraubern abzuwerfen. Dadurch, dass sie so klein und leicht sind, könnte man sie in großen Mengen und als erste Soforthilfe dorthin verbringen, wo sie benötigt werden.

Auch soll dieses Produkt quasi nicht mehr kosten, als andere Teebeutel. Insoweit sind sie ein sehr einfach zu installierendes Hilfsmittel – auch in Bereichen und Ländern, wo Hilfe sehr Not tut und Geld jedoch sehr knapp bemessen ist.

Es ist ein Produkt auch für die Ärmsten der Armen – sicherlich wird es in der Entwicklungshilfe in den nächsten Jahren gute Dienste tun!

Doch auch ist es für Touristen und Forschungsreisende höchst interessant, denn wenn sie diesen kleinen Beutel mit sich führen, haben sie die Möglichkeit, jegliches Wasservorkommen sofort für sich nutzbar zu machen, auch wenn eine Verunreinigung des Gewässers nicht auszuschließen ist.

Vielleicht könnte man diesen “Teebeutel” mit vergrößerten Maßen auch in verseuchten Pfützen, Seen oder Teichen anwenden – und damit den Tieren helfen?

Quelle: http://blogs.sun.ac.za/news/2010/07/28/su-scientists-develop-a-high-tech-‘tea-bag’-filter-for-cleaner-water/

Categories: Essen & Trinken

2 Comments

  • Luisa says:

    Das ist mal eine sehr sinnvolle Entwicklung, die tatsächlich Leben retten kann. Ich würde mir wünschen, dass ein solches Hilfsmittel auch wirklich den Hilfsbedürftigen kostenlos oder günstig zur Verfügung gestellt wird. In einem solchen Patent steckt schließlich auch großes Potenzial Geld zu verdienen. Ich drücke die Daumen, dass diese Entwicklung denen zu Gute kommt, die sie dringend brauchen.

  • Carsten says:

    Das klingt sehr erfreulcih. Nun bleibt nur zu hoffen, dass das ganze reibungslos funktioniert und auch wirklich erschwingklich bleibt – und nicht etwa von irgendwelchen Wirtschaftsbossen der Superlative aufgekauft wird, die sich damit den Hintern noch ein bisschen mehr vergolden wollen. So eine Erfindung sollte aussschließlich der Verbesserung der Lebensbedingungen notleidener Menschen vorbehalten bleiben!

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