“Wo Bio draufsteht, ist auch Bio drin”

Die Zeiten, in denen es Bioprodukte nur im Naturkostladen gab, sind längst vorbei. Inzwischen machen auch Supermärkte und Discounter kräftig Umsatz mit ökologisch hergestellten Lebensmitteln. Das Angebot an Bioware ist mittlerweile sehr vielfältig. Ist da wirklich überall Bio drin, wo Bio draufsteht? Dazu haben wir mit Bernhard Burdick von der Verbraucherzentrale NRW gesprochen.

oekoblogger: Herr Burdick, heißt es jetzt: Augen auf beim Bio-Kauf?

Bernhard Burdick: Wenn auf Produkten “Bio” oder “Öko” drauf steht, dann ist da auch Bio oder Öko drin. Da kann man sicher sein, auch bei Discountern oder sonst wo. Man kann sich aber auch täuschen lassen durch Begriffe wie “aus kontrolliertem Anbau”, “aus naturnahem Anbau”, “aus integrierter Produktion”. Es ist nichts wirklich Abgesichertes und es hat vor allem nichts mit Bio zu tun.

oekoblogger: Worauf muss ich als Verbraucher denn achten, um wirklich sicher zu sein, ein Bio-Produkt zu kaufen?

Bernhard Burdick: Die EG-Öko-Verordnung hat genau festgelegt, welche Produkte als Bio- oder Ökoprodukte bezeichnet werden dürfen. Und das ist seit 1992 europaweit geregelt, das wird auch kontrolliert, mindestens einmal im Jahr. Und diese Kontrollen werden von so genannten Öko-Kontrollstellen durchgeführt. Jede dieser Kontrollstellen hat eine Nummer, und die Nummer ist auch auf den Produkten mit angegeben.

oekoblogger: Das klingt ja schon ziemlich kompliziert. Geht’s auch ein bisschen einfacher?

Bernhard Burdick: Also neben dieser Kontrollstellennummer gibt es vor allem auch das sechseckige staatliche Bio-Siegel. Das befindet sich mittlerweile auf mehr als 36.000 Produkten im Handel. Zusätzlichdazu gibt es auch verschiedene Eigenmarken. Die erfüllen die gesetzlichen Vorgaben genauso, also Beispiele sind da “Füllhorn” von REWE oder “BioBio” von Plus, und eigentlich hat mittlerweile fast jede Kette auch eine eigene Biolinie.

oekoblogger: Ich kenne aber auch Logos zum Beispiel von Demeter, Bioland oder Naturland. Was haben die denn zu bedeuten?

Bernhard Burdick: Ja, das sind die Warenzeichen von Anbauverbänden in Deutschland. In diesen Verbänden haben sich Bio-Bauern zusammengeschlossen. Die haben in der Regel höhere Anforderungen an die Produktion, höhere Standards als die EG-Öko-Verordnung, aber grundsätzlich wird alles – egal ob nach EG-Öko-Verordnung oder in den Verbänden – kontrolliert und ist, wenn “Bio” draufsteht, auch ein Bio-Produkt.

Wer sich einen Überblick über die zulässigen Bio-Kennzeichnungen machen möchte, kann auf der Internetseite www.oekolandbau.de nachschauen.

Quelle: http://www.presseportal.de/story.htx?nr=968359
Bildquelle: www.istock.com

Categories: Essen & Trinken

1 Comment

  • Olaf says:

    Schön, dass es zukünftig mit der Bio-Kennzeichnung noch einfacher wird (siehe unten).
    Es stimmt schon, die Vielzahl der verschiedenen Zeichen ist verwirrend und hinterlässt bei vielen Verbrauchern Unsicherheit wo eigentlich Sicherheit erzeugt werden sollte.
    Die neue EU-Öko-Verordnung hat das Thema aufgegriffen und verlangt seit Juli 2010 (Übergangsfrist von 2 Jahren in dem alte Verpackungen und Etiketten aufgebraucht werden können) die Kennzeichnung aller Bioprodukte mit einem EU-weit einheitlichen Zeichen. Das Siegel ist ein aus weißen Sternen angedeutetes Blatt auf hellgrünem Grund.
    Nun kann man einwenden, dass noch ein Zeichen mehr auch noch mehr Verwirrung stiftet, aber es handelt sich hier das erste mal um ein EU-weit gültiges und vor allem vorgeschriebenes Siegel. Wo dieses Siegel drauf steht ist auch kontrollierte Bio-Qualität drin.
    Ich denke, das ist ein Fortschritt.

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