Zu viele Pestizide in Obst und Gemüse

Hamburg, 26. 2. 2007 – Ein interner Bericht aus der Handelsbranche bestaetigt die Untersuchungen von Greenpeace, dass in Deutschland angebotenes Obst und Gemuese haeufig zu stark mit Pestiziden belastet ist. Diese Ware ist nach dem Lebensmittelgesetz nicht verkehrsfaehig. Nach dem juengsten Supermarktvergleich von Greenpeace wurden in acht Prozent der Obst- und Gemueseproben die Grenzwerte ueberschritten. Bislang haben sich die Fruchthandelsverbaende gegen die Vorwuerfe von Greenpeace gewehrt.

Der “Landesverband des Fruechte-Import und -Grosshandel Baden-Wuerttemberg” stellt nun in seinem Jahresbericht 2006 fest, dass sogar neun Prozent der Frischware aus konventionellem Anbau die gesetzlichen Pestizidhoechstmengen ueberschreiten.

“Jetzt kann die Branche die Pestizidbelastung nicht mehr runterspielen.
Ihre eigenen Zahlen belegen, dass sie in grossem Umfang schlechte Ware verkauft und laufend gegen das Lebensmittelgesetz verstoesst”, sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. “Die Anwendung von Pestiziden schadet nicht nur der Umwelt. Die Giftstoffe gefaehrden vor allem den Verbraucher, dem dafuer auch noch Geld aus der Tasche gezogen wird.” Greenpeace plant Anzeigen gegen die Handelsunternehmen wegen vorsaetzlichen Betrugs.

Greenpeace geht davon aus, dass die Situation in den anderen Bundeslaendern aehnlich ist. “Der Handel muss garantieren, dass die Grenzwerte eingehalten werden, und seine Pestizid-Untersuchungen selbst veroeffentlichen”, fordert Krautter “Die Verbraucherschutzminister und die Lebensmittelueberwachung muessen die Branche zur Raeson bringen.”

2006 untersuchte der Verband 3856 Mal konventionell angebaute Ware seiner Mitgliedsunternehmen, die nach Baden-Wuerttemberg und in die angrenzenden Bundeslaender liefern. Dazu zaehlen auch Edeka und Kaufland (Lidl-Gruppe). Die gesetzlichen Pestizidgrenzwerte wurden beispielsweise ueberschritten in 12 – 14 Prozent der Tafeltrauben, Birnen, Pfirsiche und Kopfsalate, in 21 – 24 Prozent der Papaya, Zucchini, Endivien- und Lollosalate und in 32 – 38 Prozent des Romana Salats, Dills oder Suppengemueses. Laut Handelsverband wurden 2005 die Grenzwerte noch haeufiger ueberschritten als 2006. Dies ist allerdings kein Indiz fuer den Rueckgang der Belastung, da EU und Bundesregierung in den letzten Jahren zahlreiche Grenzwerte angehoben haben. In den 958 vom Grosshandel geprueften Proben aus Bio-Anbau wurden nur 0,7 Prozent Ueberschreitungen festgestellt.

“Verbraucher sollten unbedingt auf rueckstandsarme Ware achten. Die beste Wahl sind Bio-Lebensmittel, die in der Regel nicht belastet sind”, erklaert Krautter. Wichtige Einkaufstipps gibt der neue kostenlose Ratgeber von Greenpeace “Essen ohne Pestizide”. Er kann bestellt werden unter Tel.
040-30618-120

Quelle: www.pressrelations.de

1 Comment

  • Ben says:

    Gerade die Kombinationswirkung von verschiedenen Pestiziden-Cocktails auf die menschliche Gesundheit wurde bislang kaum beachtet. Gesundheitsschäden wie zu Beispiel Krebs, Entwicklungsschäden, Neurologische Störungen, Allergien und Störungen der Immunabwehr können auftreten!